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Eine der größten Herausforderungen in der medizinischen Praxis auflösen: das Wartezimmer

Ärzte, Young Professionals, Start-ups und Studenten möchten Patienten wie Kunden behandeln

Zwischen dem 6. und 8. September haben wir am Müncher Tech Fest 2019[1] teilgenommen. Das Tech Fest ist ein Hackathon, der vom UnternehmerTUM, einem Unternehmen der Technischen Universität München, ausgerichtet wird.

Als Teil von acht spannenden Herausforderungen, hatte sich GE Healthcare zum Ziel gesetzt, das unausgeschöpfte Potential von guten Patienenerfahrungen zu nutzen indem wir Wege finden, den Warteraum abzuschaffen.

Warten beeinflusst die Wahrnehmung der Patienten

Das Gesundheitswesen inklusive privater Praxen,  Krankenhäuser und , steht vor großen Herausforderungen. Eine zunehmend alternde Gesellschafft, knappe Ressourcen (wie beispielsweise von medizinischem Fachpersonal und Budget) und die Digitalisierung sind nur einige davon.

Eine Herausforderung ist jedoch eine, an die nicht jeder sofort denken würde, obwohl sie ein großes Ärgernis für Patienten darstellt: Die Wartezeiten im Wartezimmer.

Als wäre es nicht frustrierend genug, das Leben um den Arzttermin herum zu planen, der Ärger steigt, wenn lange Wartezeiten – über den vereinbarten Termin hinaus – in einer ungewohnten Umgebung, oft mit vielen anderen Menschen in einem Raum, den Patienten erwarten.

Mehr als die Hälfte der befragten Patienten mussten laut einer Studie zwischen 16 Minuten und mehr als zwei Stunden im Wartezimmer verbringen, bis sie an der Reihe waren[2]. Das ist frustrierend, aber noch viel schwerwiegender ist: Die Wartezeit beim Arzt scheint auch einen Einfluss auf das wahrgenommene Vertrauensverhältnis zum Arzt zu haben. In der Studie bewerten 63% der befragten Personen ohne Wartezeiten vor der Behandlung das Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt als „sehr gut“. Von denjenigen, die jedoch mehr als eine Stunde auf ihren Termin warten mussten, gaben nur noch 37% eine sehr gute Bewertung ab[3].

Aus einer anderen Perspektive betrachtet kann dies aber auch eine große Chance für Praxen und Krankenhäuser sein: Wenn es ihnen gelingt, Termine gut zu managen und Wartezeiten zu vermeiden, könnten sie die Wahrnehmung der Patienten aktiv positiv beeinflussen. Digitale Lösungen, wie eine intelligente Terminvergabe, verbesserte Prozesse und Abläufe können möglicherweise dabei helfen, die Herausforderung dieses Teils des Arztbesuchs in eine positive Erfahrung  zu wandeln.

Junge Talente fordern den Status-Quo heraus

Zusammen mit jungen Talenten, Studenten und Start-Ups aus verschiedenen Disziplinen haben wir drei Tage damit verbracht einen Weg zu finden, das Wartezimmer beim Arzt abzulösen, die Patientenzufriedenheit damit positiv zu beeinflussen und letztlich einen großen Schritt in Richtung einer modernen und patientenzentrierten Versorgung zu gehen.

„Jede andere Branche hat sich bereits zu einem kundenzentrierten Model gewandelt, das die Kundenbedürfnisse an erste Stelle stellt. Ärzte und medizinische Fachkräfte müssen einen ähnlichen Wandel anstoßen und sicherstellen, dass sie ihre Kunden zufriedenstellen. Wir freuen uns sehr, dass wir den Status-Quo zusammen mit jungen Talenten in Frage stellen können und so neue Wege finden, unsere Kunden dabei zu unterstützen, dies Realität werden zu lassen“, kommentiert Prof. Dr. Mathias

Goyen, Chief Medical Officer bei GE Healthcare, der GE Healthcares Herausforderung auf dem Hackathon am 6. September vorgestellt hat.

„Die Bedürfnisse und Erwartungen der Patienten verändern sich. Heute sind Patienten gut informierte Konsumenten, die eine reibungslose Erfahrung erwarten. Das Gesundheitswesen steht vor vielen massiven Problemen, und keiner kann diese alleine bewältigen. Offene Innovation ist deshalb entscheidend. Bei GE Healthcare arbeiten wir mit einer Vielzahl von Partner zusammen, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung zu finden, Innovationen voranzutreiben und Präzisionsversorgung in Zukunft Realität werden zu lassen“, ergänzt Jan Beger, Director Digital Application Services at GE Healthcare.

31 Talente, die in 6 Gruppen aufgeteilt wurden, entschlossen sich GE Healthcares Herausforderung anzunehmen – alle hoch motiviert Teil von etwas zu sein, das etwas bedeutet und jeden betrifft.

Drei Tage, sechs Lösungen, ein Finale

Jede der sechs Gruppen, arbeitete an einem anderen Lösungsansatz, welcher im Laufe des ersten Tages herausgearbeitet wurde. Nach drei Tagen, vollgepackt mit einer kniffeligen Herausforderung, mit Kreativität, Suchen nach Problemlösen, Netzwerken, Pizza und viel Spaß konnten die GE Healthcare Teams ihre Lösung endlich der Jury im Vorfinale vorstellen. Die Lösungen reichten vom Einsatz schlauer Apps über Plattformen bis hin zur Nutzung von Sensoren, und alle Ideen hatten ein großes Potential die gegebene Herausforderung zu lösen.

Obwohl die Wahl schwerfiel, musstesich die Jury nur wenige Minuten später entscheiden: Das GE Healthcare Team „Haoma“ wurde ausgewählt um ins Finale zu ziehen.

Das Besondere an Haomas Lösung: Sie setzt auf zwei Schwerpunkte, die die Patientenerfahrung besonders beeinflussen – nämlich die Wartezeit und der Informationsfluss. Dabei stellte das Team einen dreigeteilten Ansatz vor, der aus einer digitalen Plattform für Krankenhäuser bzw. Praxen, einer Patientenplattform und Smart-Sensor-Technologie für das Wartezimmer besteht. So können beispielsweise Termine genau geplant werden, Informationen über den Patienten direkt an den Arzt gespielt und Patienten in Echtzeit informiert werden. Zudem erlaubt die Lösung auch die Atmosphäre im Wartezimmer anzupassen, z.B. in dem die Wärme oder das Licht an die jeweilige Situation angepasst werden.

„Die Lösung hat ein hohes Potential zu verändern, wie Ärzte ihre tägliche Arbeit organisieren und wie Patienten ihren Kontakt mit dem Arzt wahrnehmen. Das könnte einen großen Unterschied für viele Menschen machen.“, erläutert Beger die Entscheidung.

Und dann war es endlich soweit: Um 16:30 Uhr, am Sonntag, durften die Teams, die von den Industrie-Partnern ausgewählt wurden, ihre Projekte der großen Jury im Finale vorstellen.

Acht Teams präsentierten starke Ideen, die von der Insulinversorung über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Malern bis hin zur Gründung des nächsten Tech-Start-Ups reichten.

Nach einigen langen Minuten des Wartens auf eine Entscheidung gab die Jury dann den Gewinner des Münchner Tech Fests 2019 bekannt: Wacker. Wacker ist ein Chemie-Konzern der die Herausforderung stellte, neue Ansätze dafür zu finden, wie Menschen leben und bauen, indem sie auf fortschrittliche Mörtel und intelligente Lösungen zurückgreifen, um das Baugewerbe nachhaltiger zu machen, beispielsweise in dem der Verbrauch von Sand, der bei der Herstellung von Beton benötigt wird, reduziert wird.

„Wir hatten drei großartige Tage hier in München. Wir sind stolz auf unser Team und freuen uns, dass wir die Gelegenheit hatten mit so vielen Talenten und Innovatoren zusammen zu arbeiten. Und wir sind noch nicht fertig: Wir werden in Zukunft mit dem Team in Kontakt bleiben und weiter an der neuen Lösung arbeiten, um letztlich unseren Kunden dabei zu helfen, eine bessere Patientenversorgung zu ermöglichen“, schließt Beger.

 

[1] https://techfestmunich.com/

[2] Studie der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) – http://www.kbv.de/media/sp/Berichtband_KBV_Versichertenbefragung_2017.pdf – Seite 19

[3] Studie der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) – http://www.kbv.de/media/sp/Berichtband_KBV_Versichertenbefragung_2017.pdf – Seite 23