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Heilung eines gebrochenen Herzens: Wie die Computertomographie Ärzten bei der Behandlung von Herzerkrankungen helfen kann

Eine neue Studie zeigt Kardiologen nicht-invasive Lösungen zur Unterstützung bei der Diagnose von Herzkrankheiten auf.

Die koronare Herzkrankheit ist nicht ohne Grund in vielen Ländern eine der häufigsten Todesursachen. Wenn eine wichtige Arterie zum Herzen durch Plaque blockiert ist, kommt es zu einer Unterbrechung des Blutflusses, wodurch ein schwerer Herzinfarkt ausgelöst werden kann, den viele Menschen nicht überleben.

Laut dem statistischen Bundesamt[1] sterben mehr als 344500 Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 2017 waren 172580 Personen Opfer der ischämischen (koronaren) Herzkrankheit und des akuten oder rezidivierenden Myokardinfarkt[2]. Betroffen sind davon sowohl Männer (95924) als auch Frauen (76656).[3]

Bei Patienten mit komplexer, akuter koronarer Herzerkrankung wird meist eine invasive Angiographie durchgeführt. Hierbei wird ein Katheter zum Herzen geführt und hierüber Kontrastmittel verabreicht, um die Koronaranatomie darzustellen und eine   Behandlungsentscheidung zu treffen.

Angesichts der hohen Zahl an Betroffenen sind sowohl eine effektive Diagnose und Behandlung, als auch weniger invasive Untersuchungsmethoden bei der koronaren Herzerkrankung ein entscheidender Schwerpunkt bei der Herz-Kreislauf-Forschung. Die Computertomographie (CT) spielt hier eine immer größere Rolle. Eine neue internationale Multicenterstudie „SYNTAX III Revolution“, die vom European Cardiovascular Research Institute (ECRI) durchgeführt und im European Heart Journal veröffentlicht wurde, deutet nun darauf hin, dass die deutlich weniger-invasive CT genauso effektiv ist, wie die bisher genutzten Untersuchungsmethoden.

„Die Bedeutung dieser Studienergebnisse für die Zukunft ist enorm“, so Professor Patrick W. Serruys, Studienleiter und -vorsitzender. „Der Trend in den nächsten 10 Jahren geht hin zu Mehrschicht-CT-Scans als Diagnosetool für die Einschätzung und die funktionale Bewertung des Herzens. Das ist unsere Vision und wir stehen kurz davor, sie zu verwirklichen.“

Untersuchungen mit dem Revolution CT von GE Healthcare wurden von randomisierten Herzspezialisten-Teams zur Unterstützung der Behandlungsempfehlungen eingesetzt.

In der Studie erstellten zwei randomisierte Teams aus Herzspezialisten, die jeweils aus einem interventionellen Kardiologen, einem Herzchirurgen und einem Radiologen bestanden, eine Therapieempfehlung. Insgesamt wurden Behandlungsempfehlungen für 223 Patienten abgegeben.

Um ihre Behandlungsempfehlungen auszuarbeiten erhielt ein Team die Daten einer CT-Angiographie inkl. CT-basierter Abschätzung der fraktionellen Flussreserve (FFR), die mit dem hochauflösenden Revolution CT-Scanner von GE Healthcare erstellt wurde. Das andere Team nutzte zum Erstellen einer Behandlungsempfehlung die Daten der invasiven Herzkatheteruntersuchung.

Die Studie hat gezeigt, dass eine „nahezu vollständige Übereinstimmung“ bei den Behandlungsempfehlungen beider Teams bestand. Hieraus lässt sich schließen, dass die weniger invasive CT-Untersuchung genauso aufschlussreich ist wie die konventionelle Angiographie. In einer Umfrage[4] unter Chirurgen, die an der Studie teilgenommen hatten, gaben 84 % an, dass sie eine Operation allein auf der Basis des CT-Scans durchführen könnten.

„Die teilnehmenden Chirurgen sagten uns, dass sie mit dem GE Revolution CT -Scan im Vergleich zur konventionellen Herzkatheteruntersuchung deutlich mehr erkennen konnten“, so Serruys.

Durch die Konvergenz, von räumlicher und zeitlicher Auflösung, liefert das Revolution CT eine kompromisslose Bildqualität und unerreichte klinische Einsatzmöglichkeiten.

Dr. Serruys erklärte, dass diese CT-Untersuchung interventionellen Kardiologen die Möglichkeit gibt, schneller das Ausmaß der koronaren Herzerkrankung und der Anzahl der betroffenen Gefäße zu erfassen und die Behandlungsentscheidungen auf dieser Basis treffen zu können – ohne den Einsatz invasiver Techniken.

Wenn ein Chirurg den komplexesten Patienten mit Dreigefäßerkrankung auf der Grundlage der im nichtinvasiven Mehrschicht-CT beschriebenen Anatomie und Funktionen sicher operieren kann, ist dies für uns ein sehr wichtiger Schritt nach vorn“, so Dr. Serruys. Der nächste Schritt wird eine Ergebnisstudie mit 100 Patienten sein, um herauszufinden, welches Resultat die Behandlungsentscheidung der Herzexperten-Teams auf der Grundlage des CT-Scans mit FFR einerseits oder der interventionellen Koronarangiographie anderseits, haben.

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html

[2] https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/link/tabelleErgebnis/23211-0002

[3] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html

[4] Cardialysis. “Theoretical Feasibility of Planning CABG based only on Coronary CTA and FFRCT: A Survey of the Surgeons involved in the Randomized Syntax III Revolution Trial.” 2018 Jan. Unpublizierte Rohdaten.